<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>
<?xml-stylesheet href="http://sebastianhass.twoday.net/rss2html.xsl" type="text/xsl"?>
<rdf:RDF 
  xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" 
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
  xmlns:cc="http://web.resource.org/cc/"
  xmlns="http://purl.org/rss/1.0/"
> 

  <channel rdf:about="http://sebastianhass.twoday.net/">
    <title>Rolling Stones - 50 Jahre On Tour</title>
    <link>http://sebastianhass.twoday.net/</link>
    <description></description>
    <dc:publisher>Sebastian Haß</dc:publisher>
    <dc:creator>Sebastian Haß</dc:creator>
    <dc:date>2013-01-06T20:36:41Z</dc:date>
    <dc:language>en</dc:language>
    <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
    <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
    <sy:updateBase>2000-01-01T00:00:00Z</sy:updateBase>
    
    <image rdf:resource="http://static.twoday.net/icon.gif" />
    <items>
      <rdf:Seq>
            <rdf:li rdf:resource="http://sebastianhass.twoday.net/stories/232607232/" />

      </rdf:Seq>
    </items>
  </channel>

  <image rdf:about="http://static.twoday.net/icon.gif">
    <title>Rolling Stones - 50 Jahre On Tour</title>
    <url>http://static.twoday.net/icon.gif</url>
    <link>http://sebastianhass.twoday.net/</link>
  </image>

  <item rdf:about="http://sebastianhass.twoday.net/stories/232607232/">
    <title>Leseprobe von &quot;50 Jahre On Tour - Die Livegeschichte der Rolling Stones, eBook...</title>
    <link>http://sebastianhass.twoday.net/stories/232607232/</link>
    <description>Leseprobe von &quot;50 Jahre On Tour - Die Livegeschichte der Rolling Stones, eBook auf amazon.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cocaine, Tequila Sunrise and H.  Die Nordamerikatour 1972&lt;br /&gt;
Entscheidend ist, dass die Stones einen Punkt erreicht hatten, wo sie nicht mehr&lt;br /&gt;
tun mussten, was man ihnen sagte. Keith Richards&lt;br /&gt;
Partys non stop, Drogenexzesse und eine Reihe spektakulärer, geradezu&lt;br /&gt;
überirdischer Liveauftritte. Selten wurde der RocknRoll so intensiv gelebt. Die US-Tour,&lt;br /&gt;
auch Stones-Touring-Party genannt, wurde zur Legende. Mit ihr erreichten die&lt;br /&gt;
Rolling Stones im Sommer 1972 nach Ansicht vieler  trotz aller späteren Umsatzund&lt;br /&gt;
Zuschauerrekorde  den eigentlichen Höhepunkt ihrer Livekarriere. Noch zu&lt;br /&gt;
Jahresbeginn hatte alles ganz anders ausgesehen.&lt;br /&gt;
Januar 1972. Mick Jagger sitzt alleine in den Sunset Sound Recorders-Studios von&lt;br /&gt;
L.A., vor sich eine Unzahl an Tapes, das Resultat quälend langwieriger&lt;br /&gt;
Aufnahmesessions in Südfrankreich, aus denen er halbwegs brauchbare&lt;br /&gt;
Roughmixes zu erstellen versucht. Die Zeit drängt, denn für den Sommer ist bereits&lt;br /&gt;
die erste US-Tour seit Altamont verkündet, doch von dem ebenfalls angekündigten&lt;br /&gt;
Doppelalbum fehlt noch jede Spur&lt;br /&gt;
Hinter den Rolling Stones lag eine Zeit tiefgreifender Veränderungen im sonnigen&lt;br /&gt;
Steuerexil an der Côte d´Azur, wo sie im April 1971 ihr eigenes Plattenlabel&lt;br /&gt;
gegründet und mit Sticky Fingers das erste Album nach ihrer endgültigen Trennung&lt;br /&gt;
von Allen Klein und Decca veröffentlicht hatten.&lt;br /&gt;
Während die Radiostationen weltweit Brown Sugar herauf- und herunterspielten,&lt;br /&gt;
arbeitete die Band in Keith Richards´ neuer Zuflucht Nellcôte bereits an einem&lt;br /&gt;
Nachfolgealbum. Zunächst schien auch alles in bester Ordnung zu sein, bis Mick&lt;br /&gt;
Jagger im Mai vollkommen überraschend Bianca Perrez heiratete und sich danach&lt;br /&gt;
zunehmend aus Nellcôte zurückzog, wo nun die Aufnahmen angesichts der vielen&lt;br /&gt;
Drogenexzesse um Keith Richards und Anita Pallenberg ins Stocken gerieten. Andy&lt;br /&gt;
Johns musste Gitarrenoverdubbs aufnehmen, während andere Leute in der Küche&lt;br /&gt;
aßen. Es war ähnlich wie bei den Party-Sessions Anfang der 60er-Jahre, bei denen&lt;br /&gt;
alle mitmachen wollteni beschreibt Bill Wyman die unerträglichen Zustände. Heute&lt;br /&gt;
ist mir klar, dass Exile unter sehr chaotischen Bedingungen entstanden istii, gibt&lt;br /&gt;
2&lt;br /&gt;
© 2011 Sebastian Haß&lt;br /&gt;
Keith Richards zu, der damals nichts auf die bizarre Community aus&lt;br /&gt;
Möchtegernfreunden und Drogendealern kommen ließ, deren Hoffnung bereits auf&lt;br /&gt;
die bevorstehende Tour gerichtet war. Dennoch entstanden so in mühsamster&lt;br /&gt;
Kleinarbeit eine Fülle vielschichtiger Songs, denen Mick Jagger nun in L.A. den&lt;br /&gt;
notwendigen Feinschliff verpasste. Zusätzlich kümmerte er sich mit Rupert&lt;br /&gt;
Loewenstein um die geschäftlichen Belange der Band und um die Organisation der&lt;br /&gt;
US-Tour, die mittlerweile wie ein Damoklesschwert über der Band schwebte.&lt;br /&gt;
Tatsächlich standen die Stones im Frühjahr 1972 mit dem Rücken zur Wand: Ihre&lt;br /&gt;
finanzielle Lage war trotz des Erfolgs von Sticky Fingers unverändert prekär, ihr&lt;br /&gt;
Image in den USA wegen Altamont noch schlechter und die eigene Plattenfirma&lt;br /&gt;
sprach sich gegen eine Veröffentlichung von Exile On Main St. als Doppelalbum aus.&lt;br /&gt;
Schließlich gab es noch die Hells Angels, die sich von der Band verraten fühlten und&lt;br /&gt;
mit der Erschießung Mick Jaggers im Verlauf der Tour drohten. Aus diesem Grund&lt;br /&gt;
wollte Mick Jagger zunächst nur in kleinen Clubs auftreten, was jedoch immense&lt;br /&gt;
finanzielle Verluste bedeutet hätte.&lt;br /&gt;
Stattdessen erarbeitete ihr neuer Tourmanager Peter Rudge nun ein umfassendes&lt;br /&gt;
Sicherheitskonzept, das neben persönlichen Leibwächtern für Mick Jagger und Keith&lt;br /&gt;
Richards das Anmieten ganzer Hoteletagen, ein eigenes Tourflugzeug und&lt;br /&gt;
gepanzerte Limousinen vorsah. Hinzu kamen weitere Produktionskosten für die&lt;br /&gt;
vierzigköpfige Tourcrew aus Roadies, Sekretärinnen und Buchhaltern sowie eine&lt;br /&gt;
neue Tourbühne, bei der Chip Monk seine spektakulären Lichteffekte diesmal mit&lt;br /&gt;
Hilfe eines fünf Meter hohen und zwölf Meter breiten Spiegels bis in die entlegensten&lt;br /&gt;
Winkel der Konzerthallen projizieren wollte. Größter Kostenpunkt war jedoch eine PA&lt;br /&gt;
mit einer Gesamtleistung von damals unvorstellbaren 16.000 Watt, deren kristallener&lt;br /&gt;
Sound nichts Vergleichbares kannte. Um die enorm hohen Kosten zu decken, wäre&lt;br /&gt;
es nun ein Leichtes gewesen die Ticketpreise zu erhöhen, was Mick Jagger, der in&lt;br /&gt;
L.A. die wichtigsten Entscheidungen alleine traf, jedoch ablehnte: Ich will keine&lt;br /&gt;
teuren Eintrittskarten, keine Verspätungen und keine Straßenschlachten. Wir werden&lt;br /&gt;
Geld verdienen und Freunde gewinnen.iii&lt;br /&gt;
Unterdessen plagten Keith Richards ganz andere Sorgen: Ich war mit meinen&lt;br /&gt;
Kräften am Ende. [] die Vorstellung, die ganze Tour aufs Spiel zu setzen, weil ich&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
© 2011 Sebastian Haß&lt;br /&gt;
sie nicht durchstehen würde, war unerträglich - sogar für mich.iv Daher flog er im&lt;br /&gt;
März 1972 für einen schnellen Heroinentzug in die Schweiz, wohin ihm die restliche&lt;br /&gt;
Band Mitte Mai folgte.&lt;br /&gt;
Bei ihrer einwöchigen Vorbereitung auf die Tour erarbeiteten sie eine Setlist, die im&lt;br /&gt;
Kern zum festen Bestandteil aller künftigen Tourneen wurde: Honky Tonk Woman,&lt;br /&gt;
Brown Sugar, Gimme Shelter, Love in Vain You Can´t Always Get What You&lt;br /&gt;
Want, Jumpin´Jack Flash, Street Fighting Man und Midnight Rambler kombiniert&lt;br /&gt;
mit den prägnantesten Songs aus Exile On Main St.: Rocks Off, Happy, Rip This&lt;br /&gt;
Joint, All Down The Line, Sweet Virginia und Tumbling Dice. Sympathy For The&lt;br /&gt;
Devil blieb wegen der Ereignisse in Altamont tabu. Für zusätzlichen Drive auf der&lt;br /&gt;
Bühne sollten wieder Nicky Hopkins am Klavier und Bobby Keys mit Jim Price als&lt;br /&gt;
Bläsersektion sorgen, was umso wichtiger war, da die Rolling Stones gerade mit&lt;br /&gt;
Stevie Wonder den neuen Superstar der US-amerikanischen Soulmusic als Vorband&lt;br /&gt;
verpflichtet hatten.&lt;br /&gt;
Am 22. Mai 1972 erschien Exile On Main St., ein wilder Mix aus Blues, Country,&lt;br /&gt;
Rock´n´Roll und Soul, dessen roher unangepasster Sound erst nach mehrmaligen&lt;br /&gt;
Hören überzeugt. Zunächst deutete nichts auf einen Erfolg des Doppelalbums hin,&lt;br /&gt;
doch bereits zum Tourauftakt am 3. Juni 1972 in Vancouver befand sich Exile On&lt;br /&gt;
Main St. auf Platz 1 der US-Charts. Leider trat in Vancouver auch das ein, was Mick&lt;br /&gt;
Jagger und Peter Rudge unter allen Umständen hatten vermeiden wollen: Während&lt;br /&gt;
der fulminanten Auftaktshow vor 15.000 friedlichen Konzertbesuchern im Inneren des&lt;br /&gt;
Pacific Coliseum lieferten sich draußen 2.000 Fans ohne Ticket heftige&lt;br /&gt;
Straßenschlachten mit einer hoffnungslos überforderten Polizei. Mehr als 30&lt;br /&gt;
Polizisten wurden verletzt und 100 Randalierer festgenommen. Die Bilder von&lt;br /&gt;
Altamont waren wieder allgegenwärtig.&lt;br /&gt;
Einen Tag später befand sich die Tour in Seattle, als die schwarze Bürgerrechtlerin&lt;br /&gt;
Angela Davis aus der Haft entlassen wurde. Aus diesem Anlass spielten die Rolling&lt;br /&gt;
Stones Sweet Black Angel  den Song, mit dem sie sich für Davis Freilassung&lt;br /&gt;
eingesetzt hatten  doch das ansonsten ekstatische Publikum stimmte nicht mit ein.&lt;br /&gt;
Jetzt sieht man nur noch Leute, die sich zuknallenv, stellte Mick Jagger nach dem&lt;br /&gt;
Konzert fest, wohlwissend, dass sich die Stones ansonsten live gerade selbst&lt;br /&gt;
4&lt;br /&gt;
© 2011 Sebastian Haß&lt;br /&gt;
übertrafen. Tatsächlich bestand das Konzerterlebnis in Seattle wie bei allen Auftritten&lt;br /&gt;
der STP-Tour einzig und allein in ihrer Musik, deren rauschhafter Sogwirkung sich&lt;br /&gt;
niemand entziehen konnte: Diese bestimmte Art von Energie, die da in der Luft&lt;br /&gt;
gelegen hat. Das war ein ständiges Pulsieren von Energie zwischen Bühne und&lt;br /&gt;
Saal, schwärmte ein Roadie noch Jahre später und: Vor der Show hätte ich mir&lt;br /&gt;
nicht einmal träumen lassen, dass sowas überhaupt möglich sein könnte.vi&lt;br /&gt;
Heute, 40 Jahre später, kursieren zahlreiche Livemitschnitte im Internet, die das&lt;br /&gt;
bestätigen: schneller, lauter, aggressiver  die Stones spielten wie entfesselt. Keith&lt;br /&gt;
Richards´ Gitarrenriffs peitschen die Songs voran, die vor dem pulsierenden&lt;br /&gt;
Hintergrund der Rhythmussektion, Mick Jaggers Gesang und Mick Taylors fließend&lt;br /&gt;
filigranen Gitarrensoli zu formvollendeten Harmonien verschmolzen  ein in der&lt;br /&gt;
Musik selten erreichter Moment der Vollendung. Rein optisch traten die Rolling&lt;br /&gt;
Stones nun im Glitzerlook und mit viel Make-up auf, so auch am 6. Juni 1972, beim&lt;br /&gt;
ersten von vier Konzerten im legendären Winterland in San Francisco.&lt;br /&gt;
Hier, im direkten Einflussbereich der Hells Angels, würde sich der weitere Verlauf der&lt;br /&gt;
Tour entscheiden, daran bestand kein Zweifel. Die Rolling Stones waren fest&lt;br /&gt;
entschlossen nicht klein beizugeben und somit herrschte für vier Tage rund um das&lt;br /&gt;
Winterland der Ausnahmezustand: Blockierte Zufahrtsstraßen, patrouillierende&lt;br /&gt;
Polizei und Straßensperren aus Stacheldraht. Während der Konzerte mischten sich&lt;br /&gt;
100 zusätzliche Zivilcops unter die Zuschauer. Direkt hinter dem Gebäude befand&lt;br /&gt;
sich ein startbereiter Helikopter. Keith Richards, der nach seinem Drogenentzug&lt;br /&gt;
längst wieder rückfällig geworden war, beschloss die Dinge notfalls mit Kaliber 38 zu&lt;br /&gt;
regeln und führte seinen Revolver auch auf der Bühne mit sich. Alle Bandmitglieder&lt;br /&gt;
haben überlebt&lt;br /&gt;
Wider Erwarten verliefen alle Auftritte glatt. Doch nur wenige Stunden nach dem&lt;br /&gt;
letzten Gig ereignete sich ein Zwischenfall, der zeigte, wie verwundbar die Rolling&lt;br /&gt;
Stones tatsächlich waren: Die gesamte Band befand sich im Flugzeug, bereit zum&lt;br /&gt;
Weiterflug nach L.A., als eine Frau  dem Anschein nach ein besonders attraktiver&lt;br /&gt;
Fan  das Rollfeld betrat. Ohne Nachfragen gelangte sie ins Flugzeug, wo sie einen&lt;br /&gt;
Stapel Papier hervorzog und auf Mick Jagger einschlug. Die Situation eskalierte und&lt;br /&gt;
5&lt;br /&gt;
© 2011 Sebastian Haß&lt;br /&gt;
es kam zum Handgemenge  kurze Zeit später stürzte die Frau schreiend aus dem&lt;br /&gt;
Flugzeug, das nun sofort durchstartete.&lt;br /&gt;
Bei ihrer Ankunft in L.A. lag gegen Mick Jagger bereits eine Anzeige aufgrund dieses&lt;br /&gt;
Vorfalls vor. Das eigentliche Problem waren jedoch die Negativschlagzeilen der&lt;br /&gt;
Zeitungen und die neuerlichen Morddrohungen seitens der Hells Angels, die nun&lt;br /&gt;
wieder Hoffnung schöpften, doch einmal bis zu Mick Jagger vorzudringen.&lt;br /&gt;
Es ging nach L.A., Long Beach und wieder nach L.A. Die Stones spielten immer&lt;br /&gt;
besser, doch bereits nach einer Woche on the road waren alle guten Vorsätze dahin:&lt;br /&gt;
Drogen waren auf der Tournee allgegenwärtig  riesige Mengen Kokain, Aufputschund&lt;br /&gt;
Beruhigungsmittel, Heroinvii, erzählt Spanish Tony und Keith Richards bestätigt:&lt;br /&gt;
Es passierte einfach. Wahrscheinlich wollten wir vor allem eines: vergessen. Auch&lt;br /&gt;
wenn uns das nicht bewusst war. In einer Band hockt man ständig aufeinander, und&lt;br /&gt;
je berühmter man wird, desto enger wird die Zelle.viii Nicht ganz schuldlos war auch&lt;br /&gt;
die Schar an Partyleuten und Zufallsbekanntschaften  bei jeder Zwischenstation&lt;br /&gt;
wurden es mehr  die nun den Backstagebereich in ein heilloses Chaos stürzten.&lt;br /&gt;
Immer mit dabei  der Avantgarderegisseur Robert Francks, der die von Dekadenz&lt;br /&gt;
und Sorglosigkeit geprägte Atmosphäre in reißerischen und zugleich hochbrisanten&lt;br /&gt;
Bildern festhielt: Keith Richards´ berühmter Heroinshot im Tourflugzeug, Roadies&lt;br /&gt;
beim Sex mit Groupies und der Wurf eines Fernsehers aus einem Hotelzimmer. Auch&lt;br /&gt;
wenn es später hieß, viele Szenen seien nur gestellt gewesen, so drohten die Dinge&lt;br /&gt;
doch außer Kontrolle zu geraten.&lt;br /&gt;
Am 13. und 14. Juni kam es in San Diego und Tucson mit mehr als 100 Festnahmen&lt;br /&gt;
und Dutzenden Verletzten zu den bislang heftigsten Fanausschreitungen. Gleich&lt;br /&gt;
mehrere Chicagoer Luxushotels verweigerten den Rolling Stones die Aufnahme,&lt;br /&gt;
woraufhin Hugh Hefner ihnen sein damaliges Playboymansion mit&lt;br /&gt;
uneingeschränkten Nutzungsrechten anbot. Ich weiß noch, dass wir unseren Spaß&lt;br /&gt;
hatten. Und dass wir die Bude demoliert habenix, erzählt Keith Richards, während&lt;br /&gt;
Bill Wyman später meinte: Auch wenn viele unter Arbeit etwas anderes verstehen,&lt;br /&gt;
so ist Rock´n´Roll doch Arbeit.x&lt;br /&gt;
Nicht nur Hefner, auch der amerikanische Jetset interessierte sich mittlerweile für die&lt;br /&gt;
Band. In Kansas gesellten sich Truman Capote und Jackie Kennedys Schwester&lt;br /&gt;
6&lt;br /&gt;
© 2011 Sebastian Haß&lt;br /&gt;
Prinzessin Lee Radziwill zur Tour, nachdem zuvor der Großteil der Partypeople&lt;br /&gt;
entfernt worden war. Am 24. Juni wurden beide Shows in Fort Worth für ein&lt;br /&gt;
geplantes Livealbum sowie einen Konzertfilm aufgezeichnet. In Houston kam es zum&lt;br /&gt;
Showdown zwischen Anita Pallenberg und Bianca Jagger, die bislang der Tour&lt;br /&gt;
demonstrativ ferngeblieben war und nun ihre Intimfeindin aufs Übelste beleidigte. Die&lt;br /&gt;
Situation eskalierte derart, dass sich die Rolling Stones nach drei weiteren Gigs in&lt;br /&gt;
Mobile, Tuscaloosa und Nashville zu einem fünftägigen Kurzurlaub entschlossen,&lt;br /&gt;
statt wie geplant den Schwung der Tour für neue Studioaufnahmen zu nutzen.&lt;br /&gt;
Doch die allgemeine Aufregung und Unruhe der letzten Wochen legte sich nicht. Im&lt;br /&gt;
Gegenteil. Bereits bei der Wiederaufnahme der Tour am 4. Juli kam es in&lt;br /&gt;
Washington unter den 55.000 Zuschauern im JFK-Stadion zu Tumulten, nur ein&lt;br /&gt;
kleiner Vorgeschmack auf die bürgerkriegsähnlichen Szenen in Detroit wenige Tage&lt;br /&gt;
später, wo die Polizei mit Hunden, Tränengas und Wasserwerfern an die 2.000 Fans&lt;br /&gt;
gerade noch an der Erstürmung der Konzerthalle hindern konnte.&lt;br /&gt;
Die mit Abstand gefährlichsten Auftritte der Tour absolvierten die Rolling Stones am&lt;br /&gt;
17. Juli im kanadischen Montreal, wo französische Separatisten einen Tourtruck in&lt;br /&gt;
die Luft sprengten und drei weitere Bomben im Innern der Konzerthalle entschärft&lt;br /&gt;
wurden. Als wir davon erfuhren wurde Mick panisch, berichtet Bill Wyman. Ich will&lt;br /&gt;
heute nicht auftreten, sagte er. Ich will überhaupt nicht mehr weitermachen.xi&lt;br /&gt;
Kaum hatten die Stones ihren Leadsänger beruhigt, so erreichte sie die Nachricht&lt;br /&gt;
von Fankrawallen  den schwersten seit Altamont. Der Auslöser: 3.000 gefälschte&lt;br /&gt;
Konzertkarten.&lt;br /&gt;
Bei ihrer Wiedereinreise in die USA wurde Keith Richards festgenommen, nachdem&lt;br /&gt;
er sich mit einem Fotografen geprügelt hatte. Keith Richards dazu: Mick, Bobby&lt;br /&gt;
Keys und Marshall Chess bestanden darauf, ebenfalls verhaftet zu werden. Das&lt;br /&gt;
muss ich Mick lassen.xii Währenddessen machte sich die restliche Tourband per Bus&lt;br /&gt;
nach Boston auf, wo Stevie Wonder sein Vorprogramm gerade zum dritten Mal&lt;br /&gt;
wiederholte, verzweifelt bemüht, die 15.000 Zuschauer irgendwie bei Laune zu&lt;br /&gt;
halten. Erst ein panischer Anruf des Bostoner Bürgermeisters bewirkte Mick Jaggers&lt;br /&gt;
und Keith Richards sofortige Freilassung. Unmittelbar darauf rasten sie inmitten einer&lt;br /&gt;
7&lt;br /&gt;
© 2011 Sebastian Haß&lt;br /&gt;
Polizeieskorte auf Boston zu, wo sie Minuten später mit der restlichen Band mit&lt;br /&gt;
fünfstündiger Verspätung auf die Bühne taumelten.&lt;br /&gt;
Nur noch drei Gigs in Philadelphia und Pittsburgh, dann endlich trafen die Rolling&lt;br /&gt;
Stones am 24. Juli in New York ein, wo ihre Tournee nach vier triumphalen Auftritten&lt;br /&gt;
im Madison Square Garden an Mick Jaggers 29. Geburtstag zu Ende ging. Mit einem&lt;br /&gt;
Riesenaufgebot an Celebrities, darunter Andy Warhol, Woody Allen, Zsa Zsa Gabor,&lt;br /&gt;
Diane Keaton, Bob Dylan und Carly Simon, feierten die Rolling Stones sich, die&lt;br /&gt;
Tatsache dass sie noch lebten und nicht zuletzt die Tour, die mit fast 750.000&lt;br /&gt;
Zuschauern und vier Millionen US-Dollar Umsatz sämtliche Rekorde gebrochen&lt;br /&gt;
hatte.&lt;br /&gt;
Die Cocaine and Tequila Sunrise-Tour war nun Geschichte  ihre Folgen noch lange&lt;br /&gt;
nicht. Wie Marshall Chess und PR-Berater Gary Stromberg hatten viele ihrer&lt;br /&gt;
Teilnehmer auf Jahre hinaus mit Drogenproblemen zu kämpfen. Weitaus tragischer&lt;br /&gt;
war jedoch der Rückfall in die Bedeutungslosigkeit für all diejenigen, die in den&lt;br /&gt;
vergangenen Wochen ein Teil dieses glamourösen Großereignisses gewesen waren.&lt;br /&gt;
Einige veröffentlichten später ihre Memoiren, doch den meisten blieb nichts als die&lt;br /&gt;
Erinnerung an die wohl intensivste Zeit ihres Lebens.&lt;br /&gt;
Nicht viel anders erging es den Rolling Stones, denn tatsächlich blieb die&lt;br /&gt;
Nordamerikatour ´72 und damit ein entscheidendes Kapitel Rockgeschichte über&lt;br /&gt;
Jahrzehnte hinweg undokumentiert. Als Robert Franck im Herbst 1972 der Band&lt;br /&gt;
seine Tourdokumentation Cocksucker Blues vorstellte, fürchtete diese wegen der&lt;br /&gt;
zum Teil sehr drastischen Szenen um ihre Wiedereinreise in die USA. Aus diesem&lt;br /&gt;
Grund durfte Franck seinen Film nur einmal pro Jahr zeigen und dies nur, wenn er&lt;br /&gt;
persönlich anwesend war. Noch heute werden einzelne Filmausschnitte in&lt;br /&gt;
regelmäßigen Abständen von Videoportalen entfernt. Ein ähnliches Schicksaal ereilte&lt;br /&gt;
zunächst auch den Konzertfilm Ladies And Gentlemen: The Rolling Stones, der 1974&lt;br /&gt;
in einigen wenigen Kinos gezeigt, danach in Vergessenheit geriet und erst 2010 in&lt;br /&gt;
einer restaurierten Fassung wiederveröffentlicht wurde. In Deutschland und Kanada&lt;br /&gt;
erreichte der Konzertfilm binnen einer Woche Goldstatus.&lt;br /&gt;
Last but not least verhinderte Allen Klein die Veröffentlichung des bereits&lt;br /&gt;
fertiggestellten Livealbums  eine Katastrophe, denn auf diese Weise verlor die&lt;br /&gt;
8&lt;br /&gt;
© 2011 Sebastian Haß&lt;br /&gt;
Rockmusik wohl eines ihrer bedeutensten Werke. Nachdem die Aufnahmen&lt;br /&gt;
jahrzehntelang als Bootlegs überlebt hatten, wurden sie mit dem Aufkommen von&lt;br /&gt;
Videoportalen schlagartig bekannt und gelten heute als das Schönste, was die Band&lt;br /&gt;
je live gespielt hat.&lt;br /&gt;
i Bill Wyman mit Richard Havers: Bill Wymans Rolling Stones Story, Dorling Kindersley 2002, S.385.&lt;br /&gt;
ii Keith Richards mit James Fox: Life, Heyneverlag 2010, S.405.&lt;br /&gt;
iii Mick Jagger in: Tony Sanchez/ John Blake: 30 Jahre mit den Rolling Stones. Sympathy For The Devils,&lt;br /&gt;
Heyneverlag 1995, S.263.&lt;br /&gt;
iv Keith Richards mit James Fox: Life, Heyneverlag 2010, S.427.&lt;br /&gt;
v Mick Jagger in: Tony Sanchez/ John Blake: 30 Jahre mit den Rolling Stones. Sympathy For The Devils,&lt;br /&gt;
Heyneverlag 1995, S.262.&lt;br /&gt;
vi Bob Barsotti in: Bill Graham und Robert Greenfield: Bill Graham presents. Ein Leben zwischen Rock&amp;Roll.,&lt;br /&gt;
Verlag Zweitausendeins, 1996, S.492.&lt;br /&gt;
vii Tony Sanchez/ John Blake: 30 Jahre mit den Rolling Stones. Sympathy For The Devils, Heyneverlag 1995,&lt;br /&gt;
S.264.&lt;br /&gt;
viii Keith Richards mit James Fox: Life, Heyneverlag 2010, S.437.&lt;br /&gt;
ix Keith Richards mit James Fox: Life, Heyneverlag 2010, S.435.&lt;br /&gt;
x Bill Wyman mit Richard Havers: Bill Wymans Rolling Stones Story, Dorling Kindersley 2002, S.400.&lt;br /&gt;
xi Bill Wyman mit Richard Havers: Bill Wymans Rolling Stones Story, Dorling Kindersley 2002, S.402.&lt;br /&gt;
xii Keith Richards mit James Fox: Life, Heyneverlag 2010, S.440.</description>
    <dc:creator>Sebastian Haß</dc:creator>
    <dc:subject>Rolling Stones</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 Sebastian Haß</dc:rights>
    <dc:date>2013-01-06T20:33:00Z</dc:date>
  </item>


<textinput rdf:about="http://sebastianhass.twoday.net/search">
   <title>find</title>
   <description>Search this site:</description>
   <name>q</name>
   <link>http://sebastianhass.twoday.net/search</link>
</textinput>


</rdf:RDF>
